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Brasserie Skuril Halle: verrückt lecker!

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Ich bin erst seit rund sechs Jahren Hallenser, gebürtig komme ich aus Erfurt, der Landeshauptstadt Thüringens. Und Thüringer sind ein eher unauffälliges Völkchen. Sie treten nur in Erscheinung, wenn es ums Essen geht, genauer gesagt, um das Grillen. Thüringer Rostbratwürste und Brätel sind in Deutschlands grüner Mitte daher auch ein nationales Heiligtum und so auch für mich! Als ich im Sommer letzten Jahres auf dem Balkon meiner Wohnung saß, nahm meine geschulte Nase einen ganz besonderen Duft wahr und mein Gehirn kombinierte: hier grillt jemand – und zwar richtig!

Skuril-Halle

Skuril-Halle: Das fehlende „R“ im Namen findet sich im Innenraum wieder

Der Nase nach suchte ich nach der Quelle des Brutzelfleisch-Dufts und entdeckte auf dem gegenüberliegenden Innenhof einen selbst gebauten Grill, auf dem Rindersteaks, Schweinerippchen und Schaschlik-Spieße lagen, die derart groß waren, dass man damit den Raubtierbestand des halleschen Zoos getrost satt bekommen hätte.
Wer aber waren die Gastgeber, die ca. 40 Fleischesser glücklich machten? Der Blick auf die andere Seite des Hauses in der Bernburger Straße gab die Antwort. Ein neues Restaurant hatte eröffnet: die Brasserie Skuril.

Nach meiner Auffassung müssen Bars und Restaurants zwingend getestet werden, wenn sie ihre Umgebung mit solch leckeren Düften verwöhnen. Denn was die Nase gern riecht, wird dem Mund bestimmt schmecken! Also nichts wie hin und ausprobieren!

Mittlerweile war ich schon sehr oft im Skuril, meistens im Sommer zur Mittagszeit, wenn die phänomenal köstlichen Speisen auch noch zu unschlagbar günstigen Preisen angeboten werden. Und wenn mir ein Lokal so gut gefällt wie die Brasserie Skuril, wächst in mir der Drang, darüber zu schreiben.

Die skur(r)ile Art zu essen

Brasserie-Skuri

Brasserie-Skuril: Essen verzaubert! Foto: © Mikesh Kaos 2013

Eigentlich brauche ich an dieser Stelle nicht viel über das Essen im Skuril schreiben. Die kurze Info, dass der Koch, Mathias Herbarth, sein Handwerk beim Gewürzgott und Sternekoch Alfons Schuhbeck gelernt hat, das Menü wöchentlich wechselt und die Zutaten zwar einfach, aber eben gut und wohl kombiniert sind, sollte wirklich jeden dazu bewegen, jetzt gleich ein Tisch im Skuril zu reservieren. Dennoch gehört die Vorstellung eines Gerichts einfach dazu.

Bei meinem ersten Besuch sprang mir ein Gericht sofort ins Auge: Schweinefilet-Medaillons als Saltimbocca mit Rosmarinschwenkkartoffeln. Schweinefilet, das mit Schinken umwickelt ist? Nehm‘ ich! Schweinefleisch kommt in vielen Restaurants gern trocken aus der Küche, dann kann man das Stück oftmals nur mit einem rettenden Schluck Soße wiederbeleben. In diesem Fall stand keine Soße auf der Karte. Während des Wartens überkamen mich daher Zweifel, ob meine Wahl die Richtige war. Sie waren aber unbegründet! Der erste Schnitt durch die dicken Medaillons offenbarte saftiges Fleisch, das zartrosa schimmerte. Schweinefleisch-Verehrer Anthony Bourdain hätte vor Freude geweint. Die Kombination mit Salbei war mir neu, passte aber. Selbst die Kartoffeln versprühten dank einer feinen Rosmarin-Note einen Hauch von Provence-Flair. Der Fakt, dass diese Leckerei mit gerade einmal 7,40 € zu Buche schlug, ließ die Mahlzeit unvergesslich werden. Das Essen macht eben mehr als nur satt, im Skuril macht es glücklich!

Natürlich kann man auch woanders gut essen. Schaut man allerdings in den meisten Restaurants in Halle auf die Speisekarte, fragt man sich, ob der Koch jemals das Land verlassen hat. Und wenn es dann schon mal etwas „Exotisches“ gibt, dann fehlt der Speise leider viel zu oft Klasse und Raffinesse. Die Brasserie Skuril füllt daher eine Marktlücke und befriedigt die Sehnsucht der Hallenser nach etwas Neuem, Besseren.

„Mich hat es einfach gestört, dass man nirgendwo in Halle richtig gut essen gehen kann. Also habe ich die Initiative ergriffen“

, so Andrej Sikan, Geschäftsführer des Skurils. Das Konzept kommt an, das erkennt man beim Blick in den Gastraum. Denn egal, wann man an der Brasserie vorbeiläuft, sie ist immer gut besucht. Qualität spricht eben für sich.

Wodka, Karamell und Liebe

Gehobene-Kueche-Halle

Gehobene Küche in Halle: Kürbis-Ingwer-Süppchen. Foto: © Mikesh Kaos 2013

Das Skuril kann allerdings noch mehr als nur satt machen, das musste ich „leidvoll“ bei einem Abend mit Andrej erfahren. Ich machte einen Termin mit ihm, um mehr über das Skuril, die Dekoration und das Essen zu erfahren. Denn ich wollte auch darüber schreiben, dass sich im Skuril die Berliner Streetart-Gruppe „Klub 7“ auslassen durfte, um die Dekoration noch skurriler zu gestalten. Ich wollte auch darüber schreiben, dass das Skuril eigene Weine vom Weingut Rollsdorfer Mühle in Höhnstedt bekommt, deren Etiketten ebenfalls vom „Klub 7“ designt wurden. Doch Andrej, gebürtiger Ukrainer und dementsprechend äußerst gastfreundlich, bot mir direkt die Spezialität des Hauses an: Caramellino – Wodka mit Karamell und „viel Liebe“, so versicherte es mir der Gastgeber. Dummerweise äußerte ich nach dem Ersten mein Gefallen an diesem Getränk und bekam prompt den nächsten, gefolgt vom übernächsten und so weiter.

Nach rund fünf oder sechs Caramellinos war Gott sei Dank Schluss – vorerst – denn dann wechselten wir zu Wodka und Pfeffer, der gemahlen in das klare Wässerchen gerührt wird. Obwohl ich der osteuropäischen Art zu trinken eher abgeneigt bin, musste ich zugeben, dass die Mixturen durchaus ihren Reiz hatten. Das könnte aber auch daran liegen, dass auch die Getränke, ähnlich wie die Speisen, exquisit sind. Denn Cuba Libre und Caipirinhas kann man schließlich überall nuckeln. Nach einer Stunde war ich bereit zu gehen, denn ich wollte mir wenigsten die wichtigsten Fakten über das Skuril merken. Doch ich beging einen klassischen Fehler. Ich las auf einer Tafel „Polnische Rakete“ und fragte, bevor ich mir im Klaren war, dass das Nachhaken in meinem Zustand vielleicht unklug wäre, was das denn sei. Die Beschreibung der Getränkekarte:

„Polnische Rakete <Flieg mit uns ins Universum, Gute Reise!!>“

lieferte die Antwort. Die Polnische Rakete ist wie eine Bloody Mary, nur dass der Tomatensaft wegrationalisiert wurde und ein Schuss Himbeersirup hinzugegeben wird. Hmmm, lecker! Gott sei Dank war meine „Gute Reise“ nach Hause nicht so weit!

Fazit: Kostet, probiert und schlemmt im Skuril so viel ihr könnt!

Brasserie Skuril
Bernburger Str. 19
06108 Halle
Fotos: © Mikesh Kaos 2013

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Über den Autor

Seit 2007 bin ich in der schönen Saalestadt Halle und genieße das Leben hier. Ich schreibe über die Themen Eishockey, Kommunalpolitik und alles, was noch so interessant für unsere Stadt ist.

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