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Halle hat neben einer langen Musiktradition und einer vielseitigen Literaturszene auch so einiges für Freunde des Theaters zu bieten. Mit der Kulturinsel im Herzen der Innenstadt wartet ein gut erreichbares Theaterzentrum auf seine Besucher – mit dem Thalia Theater, dem nt und der weltberühmten Puppenbühne können Jung und Alt verzaubert werden.
Nachdem das nt vor einigen Jahren wegen drastischer Sparmaßnahmen der Stadt aus seinen alten Räumlichkeiten ausziehen musste, hat sich die neue Spielstätte zwischen Markt und Universitätsplatz mittlerweile zum gut besuchten Zentrum der städtischen Theaterszene entwickelt. Der Spielplan ist jedes Jahr wieder eine bunte Mixtur aus klassischen Stücken, modernen Interpretationen und aktuellen Stoffen, die auch vor brisanten gesellschaftspolitischen Themen nicht zurückschrecken. Da werden große Klassiker des Films wie Rainer Werner Fassbinders „Angst essen Seele auf“ oder Stanley Kubricks „A clockwork orange“ ebenso neu interpretiert wie bedeutende Werke der Theatergeschichte, etwa William Shakespeares „König Lear“. Neben den reinen Theaterstücken gibt es auch Solovorstellungen, Liederabende, Tanzauftritte, Musicals – wie „Grease“, für das weite Bereiche des Gehwegs rund ums Theater „zweckentfremdet“ wurden – oder Songdramen. Zu durchaus moderaten Eintrittspreisen (für Schüler und Studenten stark ermäßigt und deutlich unter 10 €) kann man hier also eine breite Palette unterschiedlichster Theaterwerke genießen.
Das Thalia Theater ist Sachsen-Anhalts einziges Kinder- und Jugendtheater-Ensemble. Auch hier stehen regelmäßig spannende, brisante, aber auch familiengerechte Aufführungen auf dem Programm. Und über seinen Zweck als Bühne für die Nachwuchs-Schauspieler hinaus fungiert das Thalia Theater als soziokulturelles Zentrum in Halle, dem die Stadt viele faszinierende und beeindruckende Aktionen und Sonderveranstaltungen zu verdanken hat – nicht zuletzt das alle zwei Jahre stattfindende Projekt der Kinderstadt in den Franckeschen Stiftungen.
Doch keines dieser beiden Theater ist in der ganzen Welt so bekannt wie das Hallesche Puppentheater. Mit wuchtigen Stücken explizit für Erwachsene holt diese Bühne die Puppen aus der vermeintlichen Kinder-Ecke heraus und zelebriert eine ganz eigene, einzigartige Ästhetik. Wer von der Großen Ulrichstraße aus am nt Café in Richtung Universitätsplatz hochläuft, kann einige Puppen in den dortigen Schaufenstern des nt bewundern. Allein das Arsenal an individuell für einzelne Produktionen hergestellten Puppen ist beeindruckend: Es gibt Stabpuppen, Hand- und Klappmaulpuppen sowie Schattenfiguren und klassische Marionetten. Wer den Gedanken seltsam findet, sollte sich unbedingt einmal eine Vorstellung im Puppentheater gönnen – es ist eine einzigartige Erfahrung. Garantiert!

Kultur Die Weber von Gerhart Hauptmann am neuen theater in Halle

Alles beginnt mit Marx-Zitaten auf englisch, gesprochen aus dem OFF, dazu entsteigen in dunkle Ganzköperumhänge gehüllte, zottelhaarige Gestalten zu rhythmischem…