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WestSideMove – Ein erfolgreiches Schülerprojekt der 7.Filmmusiktage in Halle (Saale)

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In Halle (Saale) fanden die 7. Filmmusiktage statt. Schon fast traditionell hatten die Filmmusiktage auch etwas für junge Filmmusikinteressierte zu bieten. Es waren Tanzinteressierte angesprochen, über die verbindende Brücke zwischen Filmmusik und Tanz zu gehen – „Crossing the Bridge“, so lautete ja das Motto der Filmmusiktage. Szenen aus dem Musical „WestSide Story“, verewigt in einem gleichnamigen Filmklassiker  von 1961 lieferten das Thema – über street gangs wie sie auch noch heute noch streiten und Unheil stiften.

September 2014

01_FMT_Ballett_training„Eins und zwei und drei und …..“ zählt Berd Bunk fingerschnipsend die Schrittfolge an und die Tanzschülerinnen folgen synchron seiner Vorgabe. Im Tanzstudio Peri in Halle studieren sie vor einer großen Spiegelwand Choreografien zum Musical-Klassiker „West Side Story“ ein. Insgesamt wirken 35 junge Ballettnovizenn 2 Gruppen an dem Projekt mit. Die Aufführung wird Premiere haben während der 7.Filmmusiktage Ende Oktober. Zwei Ballettprofis unterweisen die Eleven, Rafal Zeh -zuletzt an der Oper Halle verpflichtet, jetzt Tanzpädagoge, und Berd Bunk – staatlich anerkannter Bühnentänzer. Bunk trainiert heute einen Teil der Balletttruppe. Engagiert und präzise gibt er – viele Jahre selbst Balletttänzer, jetzt Inspizient an der Theater, Oper und Orchester GmbH Halle und Tanzlehrer – die Takte vor. Anmutig und graziös bewegen sich die Mädchen. Ihre Körperhaltung verrät Tanzerfahrung. Balletttanz ist ihr Hobby. Aufbauend auf diesen Grundkenntnissen kann Bunk rasch Szene auf Szene einstudieren. Konzentriert folgt die Amateur-Company den Vorgaben – erst ohne, dann mit Musik. Es klappt – für mich überraschend – gut. Sitzt erst einmal die Schrittfolge, dann kann auch am Ausdruck, an der Dramatik, die tänzerisch ausgedrückt werden soll, gearbeitet werden. Ein nicht so leichtes Unterfangen für die Eleven.

Die jungen Tänzer und Tänzerinnen kommen aus Halle und der näheren Umgebung der Saalestadt. Während sie sich physisch mit der WestSideStory auseinandersetzen, ist in ihren Schulen die WestSideStory und ihre Hintergründe momentan nachdenkenswerter Unterrichtsstoff, durchaus hochaktuell:

Zwei Jugendbanden, die Jets, die schon länger da sind, und die Sharks, die Fremden, kämpfen um die Vormacht in ihrem Stadtviertel. Tony, früher Anführer der Jets, verliebt sich in Maria, die Schwester des Shark-Anführers Bernardo. Deshalb versucht Tony einen verabredeten Kampf der beiden Gruppen zu verhindern. Aber die Auseinandersetzung eskaliert, Bernardo ersticht Tonys Freund Riff, Tony tötet daraufhin Bernardo . Das Schreckliche nimmt seinen Lauf. Immer die gleiche Geschichte, immer die gleichen Fehler. Wir könnten dazu lernen, hätten in der Hand, wie es weitergehen kann. Aber …

Die Idee von Jerome Robbins, basierend auf Shakespears Romeo und Julia, setzte Leonard Bernstein in Noten. Es entstand etwas völlig neues, ein sozialkritisches Musical, das in seiner musikalischen und musikdramatischen Vielgestaltigkeit eines der besten, wenn nicht das beste Musical überhaupt ist. Uraufführung war am 26.9.1957 am Broadway in New York. Die Schüler und Schülerinnen sind aufgerufen, sich mit der streetgang-Thematik aktiv auseinanderzusetzen.

Am 21.Oktober haben sie dann Gelegenheit, sich die einstudierten Ballett-Choreographien und den Film „WestSideStory“ von 1961 in der Händelhalle anzusehen Dazu diskutierte Anke Krüger, freischaffende Musik-und Theaterpädagogin, in Zusammenarbeit mit der Leitung der Filmmusiktage mit Lehrern und Lehrerinnen dieser Schulen. In diesem Projekt der diesjährigen Filmmusiktage haben alle Schulen/Schüler (ab Klassenstufe 5) in Halle und Umgebung die einmalige Gelegenheit, sich des unverändert aktuellen Inhaltes der West Side Story sowohl angesichts der schweißtreibenden Erarbeitung dieser Choreografien durch Altersgenossen als auch durch das Ansehen des Filmklassikers der „West Side Story“ zu widmen. Anke Krüger kümmert sich vor Ort um die Realisation dieses Schülerworkshops „WestSideMoves“, ist mit Herz und Seele dabei, ebnet Wege, gibt Rat und Hilfe. Sie fiebert mit den Eleven der Premiere am 21.Oktober in der Händelhalle entgegen.

21. Oktober 2014

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Glücklich und mit großer Freude nehmen die 35 Tänzer und Tänzerinnen des Schülerballett-Workshops, der im Rahmen der 7.Filmmusik-Festspiele in Halle stattfand, den begeisterten Applaus der etwa 500 Zuschauer entgegen. Soeben hatten sie die Tanzszene aus der WestSideStory nach einer Idee von Ralf Rossa, dem Ballettchef der Hallenser Oper, einstudiert, uraufgeführt. Locker bewegte sich die „Street Gang“ aus dem Dunkel des Zuschauerraums auf die Bühne der Händelhalle. Dort formierten sich die Tänzer rhythmisch und synchron bewegend zur machtausstrahlenden, bedrohlich wirkenden Gang – so wie man es später im Filmoriginal 1961 sehen kann. Diese Szene wirkte spielerisch; sie war aber von den Schülern – wie oben berichtet – hart in wochenlangem Training erarbeitet worden.

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Für diese überragende Leistung gebührt ihnen ein supergroßes Lob. Ein großes Lob für ihr Engagement für die jungen Künstler haben aber auch  die Organisatoren im Hintergrund verdient, durch die dieses Projekt überhaupt erst möglich wurde, allen voran Frau Anke Krüger von der Theater, Oper und Orchester GmbH Halle  und Herr Riemenschneider, Projektleiter der Filmmusiktage und Programm-Direktor der Halle-Academy.

Von ihnen wurde versichert, dass auch die nächsten Filmmusiktage ein Highlight für junge Filmmusikinteressierte haben werden. Freuen wir uns darauf.

 

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Über den Autor

Hans J. Ferenz ist freier Autor. Er schreibt über wissenschaftliche und kulturelle Ereignisse für Print- und Internetmedien.

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