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Superstart in das 9. Hallenser Jazzfestival „Women in Jazz“

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Um es gleich vorweg zu nehmen, es war ein fulminanter mitreißender Auftakt, die Eröffnungsveranstaltung zum 9.Hallenser Jazzfestival „Women in Jazz“. Gleich 2 Highlights auf einen Streich. Zuerst “Schneeweiss & Rosenrot“ und dann ganz anders „Noah“.

Nach einführenden Worten vom sympathisch nervösen Festivalveranstalter Ulf Herden, einem von der Kulturdezernentin der Stadt Halle verlesenen Grußwort und den wohlformulierten Erläuterungen der mikrofongewohnten mdr-Vertreterin ging es los. Magisch verzaubernd schwebte das Quartett wie auf Vogelschwingen auf die Bühne. Mucksmäuschenstill lauschte das Publikum in der vollbesetzten Oper den berührenden Klängen, unerwarteten Geräuschen, überraschenden Soundcollagen, die die vier Musiker aus Deutschland, der Schweiz, Schweden und Luxemburg erzeugten, wie einen Sternenregen über das Publikum ergossen. Gekonnt, hoch-kreativ und extrem spielfreudig zogen die

  • Sängerin Lucia Cadotsch (ihr netter Schweizer Akzent war nicht zu überhören),
  • die Pianistin Johanna Borchert,
  • der Bassist Petter Eldh und der
  • Drummer Marc Lohr das Publikum in ihren Bann.

Faszinierend, aber auch unbeschreiblich, wie sich das Berliner Quartett durch die eine Welt der Musik, der Melodien und der Klänge bewegte. Man muss es gehört und gesehen haben. Mit 3 Alben seit 2009 haben sich die Vier gewiss zu Recht einen Spitzenplatz in der neuen Jazzszene erarbeitet. Begeistert feierte das Publikum diese akustische Performance. Die Einladung von „Schneeweiss und Rosenrot“ war wahrlich ein Glücksgriff der  Veranstalter.

Die angekündigte „kurze“ Pause dauerte zwar etwas länger;

aber was dann kam, hatte Weltniveau.

Noah kam, sang und siegte. Im Nu hatte sie sich die Herzen der Konzertbesucher erobert.  Jazz war es wohl nicht, was sie bot. Aber man spürte eine nahöstliche Stimmung in ihren Songs, spürte, dass Israel ein Schmelztiegel europäischer und nahöstlicher Kultur ist. Sie verwob gekonnt, unglaublich kreativ und enorm stimmgewaltig ihre musikalischen, jüdisch-jemenitisch geprägten Wurzeln mit aktuellen Elementen aus Pop, Jazz und Klassik.  Ihre 3 Bandmitglieder,

  • Gil Dor an der Gitarre,
  • Adam ben Ezra am Bass und
  • Gadi Seri am Schlagwerk,

von denen jeder ein Meister seines Faches ist, begleiteten Noa hervorragend durch das Programm. Aber auch Noa zeigte begeistert ihr Können an den Trommeln und am Schlagzeug.  Mit ansteckendem Elan moderierte die temperamentvolle Sängerin den Abend. Wie im Fluge verging die Zeit. Es war schon fast Mitternacht als Noa sich verabschiedete. Bewegend ihr Lied am Schluss: „Shalom, Salam.“ (Frieden).

Dem Rezensenten, häufiger Gast in Israel, bleibt nur zu bestätigen,  dass dies ein authentisches musikalisches Stimmungsbild aus Israel war, wie es besser gar nicht vermittelt werden könnte. „Todah rabah, Noa (Danke)!!

Über den Autor

Hans J. Ferenz ist freier Autor. Er schreibt über wissenschaftliche und kulturelle Ereignisse für Print- und Internetmedien.

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