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Deutschland – Ghana: Enttäuschung oder Erleichterung?

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Marschverpflegung Voller Vorfreude und bestens gelaunt ging es, nach ausgiebigem Frühstück, bei heißen 30 Grad über die Promenade zum Shuttle-Bus, um frühzeitig ins Stadion zu gelangen. Natürlich nicht ohne obligatorisches Bier in der Hand. Nun…da läuft man so nichstahnend, fragt sich gegenseitig den Spiel-Tipp und den Einsatz ab und denkt tatsächlich an nichts böses…

Ghanas Nationalmannschaft in Fortaleza…und auf einmal läuft einem die Nationalmannschaft von Ghana spazierend entgegen. Was soll man davon halten…diese Ruhe vor so einem Spiel muss man auch erstmal haben. Wir wir ja im Nachinein wissen, hat sich diese Lässigkeit ausgezahlt. Vielleicht sollten sich unsere Deutschen davon eine Scheibe abschneiden? Zu diesem Schluss könnte man nach diesem Spiel durchaus kommen.

FleischspiesseAber der Reihe nach: Frühzeitig am Stadion angekommen, sind wir kurzerhand über die Absperrungen gesprungen, um uns bei einer kleinen Barraca am Straßenrand bei Fleischspießen und Bier das erste Spiel Argentinien gegen Iran reinzutun. War die beste Entscheidung, wie wir im Nachhinein wissen, da das Bier im Stadion vergleichsweise teuer und durch den penetranten Plastikgeschmack der Becher nahezu ungenießbar ist.

Barraca-FortalezaNach dem Abpfiff und dem glücklichen 1:0 durch Messi dann ab zum 300 Meter entfernten Stadion und erstmal das gesamte Security-Prozedere erleben. Alles sehr angenehm easy…so wie die Brasilianer eben sind. Und welcher Name auf dem Ticket steht interessiert schon mal gerade gar keinen!

Mit besten PlFreunde für ein Spielätzen ausgestattet, trafen wir auf ein deutsches Fanurgestein (wie er sich selbst bezeichnete), der laut eigener Aussage jedes Spiel Deutschlands im In- und Ausland seit vielen Jahren begleitet. Ich dürfte promt die riesige Deutschland-Fahne halten und er meinte „So kommt man ins Fernsehen“. Ob das geklappt hat, weiß ich natürlich nicht!

Gute Aussicht im Stadion von FortalezaDie erste Halbzeit hatten wir, voll in der Sonne sitzend, ein wahrlich heisses Erlebnis, mal vom Spielverlauf abgesehen. Leider konnte unser Team ja nicht an die zuvor gezeigten Leistungen anknüpfen. So hieß es zur Halbzeit „Daumen drücken“, dass der Schuss gegen starke Ghanesen nicht nach hinten los geht, wobei wir voller Zuversicht waren. Der „Erlösung“ durch Götze folgte die Ernüchterung durch die zwei Treffer der Ghanesen..Wahnsinn…der in der ersten Halbzeit der Sonne geschuldeten Schwitzerei, folgte die Zeit des Angstschweißes und „Fingernägelkauens“.

Halle/S. natürlich auch in FortalezaJeder weiß ja, dass sich unser deutsches Team immer gegen afrikanische Mannschaften schwer tut, aber das es gleich so aussehen muss, konnte ja keiner ahnen. Der eingewechselte Klose sorgte dann für allseitige Freudenstürme und Erleichterung. Allseitig??? Naja, bei uns dreien auf jeden Fall, denn wir waren eigentlich von Brasilianern umzingelt, die alle für den vermeintlichen Underdog hielten. Das machte unsere Freude dann natürlich noch umso größer, als unsern Klose mit seiner 15ten Bude deren Anfeuerungen Richtung Ghana verstummen ließ.

Mein Fazit also: Am Ende keine Enttäuschung, sondern eher Erleichterung und das Wissen, dass es gegen die Amis schon zum Gruppensieg reichen wird. Das Erlebnis Fortaleza werde ich nicht vergessen. Geiles Stadion, geile Atmospäre, schlechtes Bier und quälend langsames Personal beim Service. Unglaublich langsam, wurden die nicht geschult…hoffentlich wird das besser!

Damit war es das auch mit Fortaleza und wir brechen auf Richtung Recife, wo das Spektakel nun weitergehen wird!

Über den Autor

Sven Roloff - WirkWerk.com ★ 2005 nach Halle gekommen und hängen geblieben. ★ Studierter Informationswirt (Darmstadt), sowie Master of Arts in Multimedia & Authorship (Halle). ★ Gründete 2007 die TYPO3 Internetagentur WirkWerk MultiMedia ★ Seit 2010 Kind & Kegel in Halle, der eben schöneren Stadt! ★ Weitere Engagements: filmnetz.org, Antipreneur

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