Dem Tagestrip nach Brasilia folgte der wirklich wichtige Trip ins Maracana-Stadion nach Rio. Bereits um 5 Uhr klingelte der Wecker und unser Gastgeber Jürgen fuhr uns gewohnt zuverlässig zum Flughafen.
Pünktlich um 9 Uhr landeten wir in Rio, wo wir um 11 Uhr an der Copacabana zur Kartenübergabe verabredet waren. Die rund 18km Entfernung dachten wir, sei mit Bus in der Zeit gut zu überbrücken. Die erwies sich als fast fataler Fehler. Um 11:30 waren wir schließlich immer noch 7 Kilometer vom Ziel „Deutscher Kiosk“ an der Copacabana entfernt. Um 11:45 setzte sich der Fantroß bereits Richtung Stadion in Bewegung und mit ihm unsere Tickets, ohne Aussicht, diese noch bekommen.
Mit viel Glück kamen wir doch noch rechtzeitig an, denn raus aus dem Bus hielt bereits das nächste Taxi, in welchem Matthias saß, der glücklicherweise das gleiche Ziel hatte wie wir und da man sich im Ausland immer gerne hilft nahm er uns kurzerhand mit. Nachdem wir unsere Geschichte erzählt hatten maßregelte er auch den Taxifahrer zur Eile, der nun seinerseits die bei Brasilianern sehr unbeliebten Argentinier von der Straße hupte, sodass wir einigermaßen zügig vorankamen. Um 11:44 Uhr waren wir schließlich noch knapp einen Kilometer entfernt, so dass ich den Rest sprintent zurücklegte und tatsächlich so noch unsere Tickets sicherte.
Kurz darauf ging es dann mit knapp 3000 Fans Richtung Maracana. Aus der U-Bahn-Station am Stadion kam man schließlich garnicht mehr ohne Ticket heraus. Gefühlte 30 Ticketkontrollen später waren wir schließlich drin und endgültig sicher, dass Finale live im Stadion sehen zu dürfen. Geniale Plätze direkt in der Fankurve im Unterrang Reihe 7 waren das i-Tüpfelchen auf die gesamte Gänsehaut-Atmosphäre.
Das Spiel war ein einziger angespannter Rausch. Natürlich wurde sich nicht hingesetzt. Beim 1:0 durch Argentinien, waren wir alle kurz geschockt, bis im allgemeinen tosenden Jubel der überzähligen Argentinier, klar wurde, dass der Schiri-Assistent die Fahne oben hatte.
Dem kurzen Schock folgte große Erleichterung und weiter ging das Spiel. In der Halbzeipause waren alle dermaßen fertig mit den Nerven, dass es im Stadion ganz ruhig wurde.
Ab der zweiten Halbzeit standen wir dann alle sogar auf den Sitzen, was es nur noch anstrengender machte. Die Stimmung war großartig und alle hofften auf das Happy End. In der Verlängerung dann die Erlösung durch Mario Götze. Unser deutscher Block drohte förmlich auseinander zu brechen, als alle Dämme brachen. Die Argentinier hatten nichts mehr entgegen zu setzen und auch die Fans waren nicht mehr zu hören.
Zum Schlusspfiff lagen wir uns alle in den Armen und konnten es nicht glauben im ehrwürdigen Maracana-Stadion das größte erlebt zu haben, dass man als Fussballfan wohl erleben kann. Wir feierten zuerst mit der Mannschaft und noch lange nachdem die Mannschaft schon in die Kabine verschwunden waren, den Weltmeisterschafts-Titel und den 4. Stern!
Völlig erschöpft ging es für uns im Anschluss bereits zurück zum Flughafen, da unser Flieger schon um 23 Uhr zurück nach Salvador abhob.
Fazit: Ich weiss, dass ich als Fan ALLES erlebt habe. Da geht nichts drüber! Danke Brasilien, Danke Deutschland!