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Amtsgarten

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Spaziergänge durch Halles Parklandschaften

Der Amtsgarten ist eine 3,78 ha große Parkanlage direkt neben der heutigen Burg Giebichenstein. Eine ursprüngliche Burganlage, als „castrum Givekenstein“ überliefert, stand  im frühen Mittelalter sehr wahrscheinlich auf dem Gelände des Amtsgartens.

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Hier legte 1740 für die herrschenden Erzbischöfe von Magdeburg der Amtmann Johann Christoph Ochs von Ochsenstein einen prächtigen Barockgarten mit Obst- und Zierpflanzen an. Diese Anlage, die bis an das Saaleufer reichte, wurde aber dann ab 1773 vom Amtmann Heinrich Barthels völlig umgestaltet und es entstand ein Garten nach Wörlitzer Art mit Teichanlagen, verschwiegenen Plätzen, verschlungenen Wegen, nicht unähnlich dem benachbarten Reichardt-Garten. Eine erneute radikale Umgestaltung erfuhr die Gartenanlage ab 1905 als sie Eigentum der Stadt Halle wurde. Etliche neue Wege und Treppenanlagen erschlossen das Steilufergelände. Eine störende Bergkuppe sprengte man kurzerhand; Terrassen mit Themengärten entstanden. Heute laden befestigte Wege, viele Treppen, lauschige Bänke, interessante Pflanzen, knorrige Solitär-Bäume und felsige Hänge zum heimlichen Date, zum Entspannen, zum Lauschen der Vogelgesänge oder zum abendlichen Beobachten lautloser Eulentechtelmechtel ein. Ganz oben im Park hat man einen schönen Blick auf den Bergfried der Burg Giebichenstein und auf den Ortsteil Kröllwitz. Am Saaleufer ankern einladend verschiedene Ausflugsschiffe.

Auch in diesem Garten könnte sich das Grünflächenamt der Stadt Halle mehr engagieren. Die Bepflanzungen der Terrassen sind dürftig. Die Verbuschung durch Flieder im oberen Gartenbereich steht sehr im Kontrast zum wildromantischen Wald am saaleseitigen Steilhang.

Am besten beginnt und beendet man den Rundgang im Amtsgarten an der belebten Kreuzung Seebener Straße/Burgstraße am Gasthaus „Zum Mohren“ und erholt sich dann später im Biergarten dieses alteingesessenen Gasthofs. Die Straßenbahnlinien 7 und 8 sorgen für eine rasche Verbindung zum Stadtzentrum.

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Über den Autor

Hans J. Ferenz ist freier Autor. Er schreibt über wissenschaftliche und kulturelle Ereignisse für Print- und Internetmedien.

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